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Anpassungen - wann ist es zu viel?

Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon KyaraLulu » Sonntag 12. November 2017, 11:29

Hallo ihr Lieben,

ich habe mir jetzt als Ziel gesetzt endlich zu lernen Schnittmuster für mich anzupassen. Aktuell habe ich von So-Sew-Easy ein High-Low-Shirt. Ich habe grundsätzlich das Problem, dass meine Schultern zu schmal sind. Vom Schulterknochen bis zum Halsansatz sind es nur 8cm. Als Hilfestellung habe ich mir das Video Custom Fitting: Back, Neck & Shoulders von Kathleen Cheetham auf Craftsy gekauft.
Das hat auch soweit funktioniert. Zumindest die Breite stimmt jetzt. Aber scheinbar habe ich was falsch gemacht. Die Schulterlinie des Rückenteils ist jetzt extrem steil. Das habe ich schon versucht zu begradigen, aber ich habe keine Ahnung, ob das so richtig ist :(

Die Armlöcher muss ich wahrscheinlich jetzt auch anpassen, die werfen ziemlich Falten jetzt. Zusätzlich habe ich noch die Abnäher verlegt, weil die bei mir unterhalb des Brustpunkts saßen.

Ich habe jetzt aber das Gefühl, dass ich mir der Anpassung der Schultern und der Verlegung der Abnäher andere Baustellen aufgemacht habe :( Das frustriert mich ein bisschen.

Aber jetzt meine eigentliche Frage. Wie viele Änderungen macht ihr an einem Schnittmuster, bevor ihr entscheidet, dass es für euch vielleicht einfach nicht das Richtige ist?
Würde es mehr Sinn machen doch mit einem Sloper anzufangen und dann selbst zu entwerfen?

Ich werde mich jetzt mal weiter dran setzen. Mal schauen wie oft ich das Shirt noch auftrennen kann. :weinen01
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon moniaqua » Sonntag 12. November 2017, 12:19

KyaraLulu hat geschrieben: Vom Schulterknochen bis zum Halsansatz sind es nur 8cm.


Bei welcher Kleidergröße?

Grundsätzlich, ja, wenn Du anfängst, dort zu ändern, wird sich u.U. auch an anderen Stellen etwas ändern, oder es fällt dann mehr auf, wenn es oben passt, dass es unten nicht mehr passt.

Ob es sinnvoller ist, selber zu entwerfen, muss jede/r für sich entscheiden, habe ich den Eindruck. Ich habe mit Schnittkonstruktion angefangen, weil ich so gar keinen Plan hatte, was passiert, wenn ich was ändere bzw. warum ich jetzt das lt. Anleitung so ändern soll und das so. Ich wollte wissen, warum ich etwas wie ändern muss. Nun verstehe ich immer noch nicht viel mehr, aber mir macht das "Malen nach Zahlen" Spaß :)

Es gibt Leute, die haben einen Oberteil-Grundschnitt und legen den auf die Schnittmuster, die sie machen wollen, zum Anpassen. Oder sie wissen eben, welche Maße sie alles ändern müssen. Ich bin im Moment bei der Einstellung, dann kann ich mir eigentlich gleich die Schnitte selber entwickeln.

Ich an Deiner Stelle würde das Shirt nicht x-mal auftrennen, sondern ein altes Bettlaken oder sonst einen billigen Stoff nehmen und ein oder mehrere Probeteile nähen. Und ja, es können durchaus mehrere Probeteile werden. Aber wenn Du das einmal gemacht hast, hast Du viel gelernt. Ich würde bei einem neuen Schnitt dann trotzdem erst wieder ein Probeteil nähen (zumindest, wenn er komplizierter ist und Du einen teuren Stoff verwenden willst). Mitunter musst Du dann trotzdem nochmal trennen (übrigens, wenn man erst heftet, trennt es sich wesentlich leichter ;) ), aber es wird sich doch im Rahmen halten.
Herzliche Grüße
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon maritta b. » Sonntag 12. November 2017, 12:47

Bei zu vielen Änderungen vergeht mir dir Lust.
Den Ärmelausschnitt anpassen, die Weite oder auch mal eine FBA ist ok. DIe Länge muss ich eh immer anpassen. Wenn es aber trotzdem nicht sitzt, ist das eben nicht mein Schnitt.

Schau mal, bei makerist gibt es einen KURS, der vielleicht was für dich ist.
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon KyaraLulu » Sonntag 12. November 2017, 13:23

Danke ihr Beiden. :druecken Ich habe das Shirt jetzt weg gelegt. Ich bin nur noch genervt :( Das Rückenteil ist bestimmt 15cm zu breit.
Die 8cm Schulterbreite sind bei Kleidergröße 38.

Es ist übrigens nur ein Probeteil und heften tue ich auch, aber irgendwann ist es ja trotzdem total zerlöchert. :daumrunt

Ich habe mir jetzt nochmal den Craftsy Kurs von Suzy Furrer vorgenommen. Das habe ich vor einem Jahr mal angefangen, aber da liegen jetzt 23kg dazwischen. Das muss ich also nochmal von vorne anfangen.

@Sylvi, danke für den Video-Tipp. Ich habe mir das Video gleich mal gekauft. T-Shirt ist ja doch etwas anderes als der Sloper von Suzy Furrer. Wenn ich damit auch nicht klar komme, werde ich mir doch mal eine Schneidermeisterin suchen, die mir eventuell ein paar Einzelstunden gibt. Kann ja nicht sein, dass ich zu doof bin ein passendes Schnittmuster, dass nicht aussieht wie ein Sack zu erstellen, bzw. anzupassen. Es frustriert nur immer so, wenn man eh nicht so viel Zeit zum nähen hat und dann auch noch nicht mal was passendes in der Zeit hinbekommt :weinen01
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon Daray » Sonntag 12. November 2017, 13:58

hast du mal geschaut, ob es evtl eine standardgröße gibt, die näher an deine Schulterbreite rankommt auch wenn er evtl für den rest zu klein ist? evtl ist es einfach aus einem fast passenden schnitt für den schulterbereich und einem fast passendem schnitt für den Bereich Taille/Hüfte einen schnitt für dich zu zaubern.
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon moniaqua » Sonntag 12. November 2017, 14:20

KyaraLulu hat geschrieben:Das Rückenteil ist bestimmt 15cm zu breit.
Die 8cm Schulterbreite sind bei Kleidergröße 38.


Oh, das ist nicht leicht und wirklich sehr schmal. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit dem Kurs; ich denke, wenn Dir die Grundlage mal geläufig sind, tust Du Dich auch mit anderen Schnitten leichter.

Übrigens empfinde ich das Shirt, das Du nähen willst, wenn ich das richtige gefunden habe, an sich schon als Sack, ich weiß nicht, ob das mit ändern viel besser wird. Ich glaub fast, das liegt am Schnitt des Shirts.
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon KyaraLulu » Sonntag 12. November 2017, 14:27

Daray, ja das hatte ich als erstes geschaut, aber selbst 32 (die kleinste Größe) hat über 13cm Schulterbreite :(

Das mit den Grundlagen hoffe ich auch, Moniaqua. Irgendwie habe ich aber momentan das Gefühl, da nie anzukommen. Heute ist einfach alles doof. Danke, dass ich mich mal ausheulen durfte.
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon moniaqua » Sonntag 12. November 2017, 14:55

Hmm.

Im Hofenbitzer ist die Schulterbreite bei 32 11,6 cm, bei Burda bei 34 12 cm. Die anderen schweigen sich leider aus, oder ich finde es nicht.

Nicht aufgeben, das wird schon Bild
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon MarieCurie » Sonntag 12. November 2017, 15:46

Ich habe diesen Makerist Kurs auch und finde ihn spitze. Ich habe mir einen Grundschnitt danach erstelt und benutze ihn für Shirts nur noch. Es gibt dazu noch einen Nachfolgekurs, wie man aus dem Grundschnitt danach andere Schnitte erstellt. Der ist auch super, auch wenn ich bisher noch nichts abgewandeltes danach erstellt habe, weil mir der Grundschnitt mit abgewandelten Ärmellängen und abgewandelter Gesamthöhe bisher gereicht hat

https://www.makerist.de/courses/schnitt ... rts/player
Viele Grüße Gabi

meine Mitarbeiterinnen :
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- Bernina B 530
- Bernina L 450
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon Martina » Sonntag 12. November 2017, 20:53

Ich kann den Kurs mit Vivien Altmann auch sehr empfehlen. Du kannst unter dem Kurs auch Fragen stellen, wenn Du mal nicht klar kommst.
liebe Grüße
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon KyaraLulu » Montag 13. November 2017, 09:17

Vielen Dank ihr Lieben! :herz04 Ich habe gestern gleich angefangen nach dem Kurs von Vivian Altmann zu arbeiten. Der Grundschnitt ist gezeichnet, aber vom Guck her würde ich sagen, dass ich an den Schultern was falsch gemacht habe. Die sind viel zu breit :augenroll Also werd ich heut Abend nochmal zurückspulen und den Teil überprüfen. Aber ansonsten sieht das schon ganz passable aus. Mal sehen wie es weiter geht mit dem Produktionsschnitt.
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon Martina » Montag 13. November 2017, 11:29

Hast Du Dich mal von einer anderen Person vermessen lassen ? Ich finde das schwierig bei sich selbst zu tun, dabei können auch Fehler entstehen und die Maße stimmen dann nicht. Ich denke man kann in dem Video sehr gut sehen, wo die Ansatzpunkte für das Maßband sind und bis wohin gemessen wird. Ich wünsche Dir viel Erfolg für Deinen Schnitt !
Ich habe mir nach dem Erweiterungskurs ein Schnittmuster für ein Fledermausshirt erstellt und bin damit auch ganz glücklich. Vielleicht wäre das auch etwas für Dich, wenn Du so extrem schmale Schultern hast.
liebe Grüße
Martina


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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon KyaraLulu » Montag 13. November 2017, 12:13

Ja, meine Mama war vor dem Abnehmen so nett und hatte mich damals vermessen. Die Schulterbreite war die Gleiche. Ich hatte damals aber auch schon das Problem, dass meine Maße irgendwie nicht Konfektions-Norm entsprechend sind. Damals waren es halt nur 3 Nummern größer :lachen2000 Die Proportionen scheinen irgendwie doch stark abzuweichen. Dabei finde ich mich eigentlich ziemlich normal :fragend :laecheln

Fledermausshirt ist eine gute Idee. Ich habe eins zu Hause, aber das ist eher sehr leger und mir eigentlich mittlerweile auch zu groß.
Ich habe generell ein Problem, dass ich keine Ahnung habe was mir steht. Das macht es jetzt extrem schwierig, weil der Kleiderschrank leer ist und ich keine Ahnung habe was ich kaufen soll. Bzw. eigentlich will ich ja gar nicht kaufen, weil der Stoffschrank im Gegensatz dazu überquillt. :verlegen :augenroll

Ihr zaubert immer alle so tolle Teile, aber ich denke immer, dass mir die gar nicht stehen :fragend Ich bräuchte so ein Papierpüppchen, wie ich als Kind hatte, dem man neue Kleider auch aus Papier anziehen konnte. :jagenau Eigentlich gar keine so blöde Idee. *amKopfkratz* mal schauen, ob sich so etwas nicht realisieren lassen würde :habenwollen

Der zweite Kurs ist schon auf der Wunschliste. Zum Glück bekommen wir über die Firma super Mitarbeiterkonditionen bei Makerist :grins001
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon AnnelaMarina » Montag 13. November 2017, 12:30

Ich wünsche Dir auch ganz viel Erfolg und möchte Dir erstmal zur Abnahme ganz herzlich gratulieren. Toll gemacht. 23 kg ist ne echte Nummer! Ich bin gerade bei minus 10 kg angelangt und da soll auch noch etwas mehr verschwinden.
Gerade habe ich mir die beiden Kurse zum T Shirt konstruieren von Vivien Altmann angeschaut und bin sehr geneigt, sie mir auch zu kaufen.
Danke für die Tipps dazu.
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon moniaqua » Montag 13. November 2017, 13:39

KyaraLulu hat geschrieben:Ja, meine Mama war vor dem Abnehmen so nett und hatte mich damals vermessen.

Hm. Wenn da 23 Kilo dazwischenliegen, wäre es vielleicht schon eine Idee, sich nochmal vermessen zu lassen :) Grad wenn Du Probleme mit Weitenmaßen hast.

Mei, was einem steht - gibt es bei Euch in der Nähe ggf. eine anständige Stilberatung? Das kann helfen. Statt Püppchen tut es auch ein Spiegel ;) Kannst ja mal in einem Kaufhaus verschiedenes anprobieren und kritisch schauen, wennst halt so gar nix findst wegen Deiner Proportionen ist es Schicksal ;)
Herzliche Grüße
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon ias » Dienstag 14. November 2017, 08:09

Eine Stilberatung hätte ich auch empfohlen. Vielleicht auch gleich im Zusammenhang mit einer Farbberatung.
Manchmal ist es "nur" die Farbe, die einem nicht gut zu Gesicht steht.

Ich muss bei meiner Figur sehr viel anpassen, obwohl ich auch "normal" aussehe.
Wieviel man anpasst ist sicher sehr individuell. Leider tendiere ich arg zum Perfektionismus :augenroll und kann da nicht über meinen Schatten springen.
Wo andere sagen, dass es prima passt, seh ich noch Passformmängel.

Bei Oberteilen muss ich eine FBA für die stärkere Oberweite machen, eine Korrektur für den Rundrücken und eine Korrektur für das Hohlkreuz.
Die beiden letzten Korrekturen lassen sich über reines Messen am Körper leider nicht ausmachen. Es kann durchaus sein, dass die gemessene Rückenlänge
exakt der Rückenlänge des Schnitts entspricht und trotzdem passt das Kleidungsstück nicht. Da müssen die Proportionen verschoben werden: für den Rundrücken
oben mehr Länge und für das Hohlkreuz wenier Länge, trotzdem ändert sich u.U. am Längenmaß nichts. Dann habe ich nach vorne gedrechte Schultern, so dass
ich die Schulternaht anders führen muss und entsprechend den Ärmel.

Ich bin ein Fan von den Schnittanpassungen nach Pati Palmer. Da gibt es auch Craftsy-Kurse, die sie mit ihrer Tochter Melissa Watson macht.
Mit dieser Methode kann man sich öfter mal ein Probeteil sparen. Pati wurde mal gefragt, warum sie Fertigschnitte zum Anpassen nimmt und keine eigenen
Konstruktionen macht. Pati antwortete, dass auch nach Maß konstruierte Schnitte noch individuell angepasst werden müssen, also spart sie sich diesen Schritt.

Trotzdem bin ich froh, mehrere Schnittkonstruktionskurse besucht zu haben, weil das Verständnis für die Schnittführung einfach besser geworden ist.
Wenn ich einen Schnitt schon habe, dann passe ich nach Pati Palmer an, wenn ich keinen Schnitt habe, dann konstruiere ich auch mal einen.

Die Makerist Kurse mit Vivien Altmann sind wirklich sehr, sehr gut. Der Hoenschnitt nach ihrem Kurs hat nach einer kleinen Anpassung schon sehr gut gepasst.

LG, Inge
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon KyaraLulu » Dienstag 14. November 2017, 09:42

Ich weiß schon, warum ich mich bei euch so wohl fühle! :herz04 Vielen lieben Dank für all eure Worte!

Anne, ich habe deine 10kg auch gelesen. Das ist so eine großartige Leistung! :freuen001 Man fühlt sich richtig gut, wenn man das geschafft hat, oder?
Bei mir soll auch noch ein bisschen was. Ich kratze grade so an der obersten Grenze zum Normalgewicht. Da würde ich gerne ein bisschen "Puffer" einbauen :lachen2000
Ich habe den ersten Teil vom ersten Kurs ja am Sonntag gleich angefangen. Ich bin bisher wirklich angetan. Sie hat eine sehr angenehme Art zu vermitteln und endlich mal nicht mehr Inch in CM umrechnen müssen :lachen2000

@Moniaqua, ja neu vermessen lassen ist wirklich dringend nötig, leider hat meine Mama da immer nur begrenzt Zeit für :( Aber ich werde das direkt mal in Angriff nehmen. Stilberatung und Farbberatung stehen schon sehr lange auf meiner Wunschliste. Ich hatte sogar schon jemanden gefunden, die auch einen Kleiderschrank-Check machen würde. Aber das ist doch ziemlich teuer. Das konnte ich mir bisher nicht leisten :augenroll Aber dafür wird jetzt gespart!
Spiegel und im Laden probieren hilft bei mir leider nicht. Ich sehe einfach nicht was mir steht, bzw. habe ich dann keinen Mut und bleibe doch immer wieder bei den Basic-Teilen. :verlegen

Inge, vielen vielen Dank für deine ausführlichen Tipps! Die Videos von Pati Palmer werde ich auf jeden Fall ins Auge fassen. Nur selbst konstruieren reicht ja wahrscheinlich nicht aus. So wie du die Videos beschreibst klingen sie sehr sympathisch! Kannst du denn deine Anpassungen bei allen beliebigen Schnittmustern machen, oder sagst du irgendwann auch, dass es einfach nicht passt?

Gestern bin ich leider nicht mehr dazu gekommen die Schultern zu überprüfen. Das wird leider bis zum Wochenende liegen bleiben müssen :/
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon ias » Dienstag 14. November 2017, 11:17

Nein, selbst konstruieren reicht nicht aus. Du bist dann zwar mit Deinen Körpermaßen näher an Deinem Körper als ein Fertigschnitt, aber halt nur näher.
In der Schnittkonstruktion wird trotzdem noch viel mit Standardmaßen gerechnet. Ich weiß im Moment nichts, aber in etwas so: nimm 1/10 Deiner Hüftweite und mach dies und das.
Wenn Dein Körper nun mehr oder weniger braucht, muss das die spätere Anpassung zeigen.

Wenn Du vom richtigen Maß ausgehst, ist jeder Schnitt anpassbar.
Bei Oberteilen ist es die Oberbrustweite und bei Hosen/Röcken die Hüftbreite. Bei ausgeprägten Reiterhosen der Umfang darüber.

Ich habe mich vor Jahrzehnten schon einer Farbberatung unterzogen. Ich bin immer in braun/beige herum gelaufen. Nur ja nichts falsch machen.
Dann kam raus dass ich zu den kühlen (Blutfarbe) gehöre und wurde als Sommer eingestuft. Irgendwann habe ich selbst gefühlt, dass das nicht richtig war und
habe nochmal eine Farbberatung machen lassen. Da war ich dann ein dunkler Winter und das stimmt für mich absolut.

Vorteil einer Farbberatung ist, dass die Farben der Palette immer zusammen passen. Ein neues Stück ergänzt die ganze Garderobe.
Die Farbpalette gibt Anstöße für Farbkombinationen, die man sonst nie gemacht hätte.
Ich habe echt wenig Klamotten, kann aber alles miteinander kombinieren und keiner käme auf die Idee, dass mein Kleiderschrank
wenig gefüllt ist.

Ob man eine Farbberatung machen will oder nicht ist halt auch sehr individuell. Manche mögen sich dem "Diktat" einer Farbberatung nicht unterziehen
und alle Farben tragen, die der Markt saisonal anbietet.

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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon MarianneCarola » Dienstag 14. November 2017, 13:52

Ich kann dir auch nur raten, in eine (gute) Farb- und Stilberatung zu gehen. Du hast so toll abgenommen, da darfst du dich doch belohnen :herz04
Solch eine Beratung habe ich vor mehr als 20 Jahren gemacht und profitiere heute noch immer wieder davon. Ich bin - wie Inge - ein Winter-Typ, der klare kühle Farben trägt und Kontraste liebt. Früher dachte ich, ich müsste jeden jährlichen Farbtrend mitmachen. Aber Gelb und Orange und überhaupt alle warmen Farben sind nichts für mich - da sehe ich krank aus.
Du erfährst, welcher Kleidungsstil dir steht und welche Farben dir schmeicheln. Oft ist eine Make-Up-Beratung dabei. Du bekommst einen Farb- und Stilpass - anfangs nimmt man ihn noch oft zur Hand aber bald geht es dir in Fleisch und Blut über. Ziemlich bald lernst du beim Einkauf zu unterscheiden, was dir steht und was du besser liegen lässt (was wiederum dem Geldbeutel zugute kommt :lach001 ).
Bild Liebe Grüße, Marianne
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Re: Anpassungen - wann ist es zu viel?

Beitragvon ias » Dienstag 14. November 2017, 15:38

Jetzt bin ich nochmal da, weil ich etwas fragen muss:

Hast Du Deine Rückenbreite ausmessen lassen? Als die Strecke oberhalb des Schulterblatts von Seite zu Seite?
Vielleicht liegt da ja auch ein Fehler.

Mir hat eine Schnittdirektrice und Schneidermeisterin mal erklärt, wie man diese Rückenbreite heraus findet.
Man zieht ein Shirt oder eine Bluse an. Dann lässt man jemanden auf Höhe des Armlochbeginns den Stoff zur Seite hin ausstreichen.
Dann bilden sich seitlich Längsfalten. Dazwischen, wo sich diese Längsfalten bilden, ist die Rückebreite.

Ein Halsausschnitt misst bei einem runden Halsausschnitt normalerweise 16 cm Breite, bei einem V-Ausschnitt 18 cm Breite.

Nun wird gerechnet:
Rückenbreite, abzüglich Halsausschnitt = Summe X. Diese Summe durch zwei teilen und Du hast die Schulterbreite.

Wenn Du Dir unsicher bist, wo Dein Hals endet und die Schulter beginnt, dann häng Dir eine Kette um.
Die Kette legt sich ans Ende des Halses.

So, dann geh ich mal weiter meinen Schnitt anpassen :grins001

LG, Inge
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