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Palmer/Pletsch Methode

Palmer/Pletsch Methode

Beitragvon ias » Donnerstag 15. November 2018, 08:29

Als Fan von Pati Palmer habe ich mir natürlich auch das neueste Buch "Complete Guide to Fitting" gekauft.
In dem Buch werden "nur" Oberteile, Röcke und Kleider behandelt. Für die Anpassung von Hosen gibt es ein separates Buch (das schon längst bei mir im Bücherregal steht).

Pati Palmer passt die Kaufschnitte an den Körper an. Für Oberteile wird zum Herausfinden der Größe die Oberbrustweite genommen. Die Oberbrustweite entspricht ungefähr einem B-Cup.
Die Anpassungen werden mit dem Papierschnitt gemacht und erst nach kompletter Anpassung wird der Stoff zugeschnitten. Dann erfolgt eine weitere Anpassung mit Stoff.

In dem Buch werden nicht nur die Schnittanpassungen genau erläutert, anhand von Zeichnungen und Fotos realer Personen, sondern es wird auch erklärt, wie die Schnittindustrie arbeitet. Diese Erläuterungen sind aber auch in einem früheren Buch schon enthalten.

Ich habe auch die Craftsy-Kurse von Pati Palmer und ihrer Tochter Melissa Watson. Zugegeben, in den Kursen sieht alles super einfach aus.

Letztens sagte meine Friseurin in wahres Wort:
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie :lachen2000

So ist das auch hier. Wenn man sich mal ans Werk gemacht hat, dann ergibt sich dieser größere Unterschied in der Praxis.

Bis jetzt gab es noch ein zusätzliches Problem, nämlich das Papier. Die Ami-Schnitte sind auf einem sehr dünnen Papier gedruckt, das aber erstaunlich stabil ist. Den Originalschnitt möchte ich nicht zerschneiden und habe bisher auf Burda-Schnittpapier übertragen. Beim Burda-Schnittpapier machen die Stecknadeln sofort Löcher und die Anpassung nach Palmer/Pletsch schier unmöglich.
Dann habe ich es mit dem Schnittpapier versucht, das hier in der Modeschule verwendet wird. Das ist aber zu starrig, also auch nicht verwendbar.

Melanie (TausendSchön) hat uns das von Pati Palmer entwickelte "Perfect Pattern Paper" organisiert und damit funktioniert das Anpassen sehr gut. Das perfekte Papier hat eine Haptik wie das Burda-Schnittpapier, ist aber viel stabiler und man kann einige Male die Stecknadeln umstecken.

Als Melanie bei mir war, haben wir einen Shirtschnitt für sie angepasst. Auf Anhieb hat es nicht 100 %ig funktioniert, auch hier ist "Übung" das Zauberwort.

Wenn ihr Fragen zu dem Buch habt, dann nur her damit.

LG, Inge
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Re: Palmer/Pletsch Methode

Beitragvon tinchenimtal » Donnerstag 15. November 2018, 09:33

Hallo, Inge.

Herzlichen Dank für deine Buchvorstellung und deinen ersten Erfahrungsbericht.

Das hört sich ja megaspannend an. Ich kenne das System aus einem Craftsy-Kurs und finde es sehr interessant. Bisher fehlte mir aber die Umsetzungsmöglichkeit, weil ich nicht die entsprechende Nähsparringspartnerin habe. Aber was ja nicht ist, kann ja noch werden.

Auf jeden Fall habe ich mir hier mal ein Lesezeichen gesetzt.

By the way: in Arztpraxen und bei Kosmetikerinnen wird immer so ein weißes stoffähnliches Papier von der Rolle auf den Behandlungsstuhl/-liege gelegt. Das könnte eventuell als Schnittpapier im Sinne von Palmer / Pletsch funktionieren. Preise weiß ich allerdings noch nicht. Ich hör da mal nach.
Liebe Grüße

Sonja


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Re: Palmer/Pletsch Methode

Beitragvon ias » Donnerstag 15. November 2018, 10:20

Wir haben uns auch das Schnittvlies von Stoff & Stil gekauft, allerdings noch nicht für diese Art der Anpassung ausprobiert.
Dieses Schnittvlies lässt sich sogar super mit der Nähmaschine nähen.

99 % des Jahres bin ich mit den Anpassungen auch alleine mit mir, meinem Garderoben- und meinem Handspiegel :weinen01
Aber auch das geht. Über diese Anpassungen habe ich meine Körperformen besser kennen gelernt. Bei mir weiß ich mittlerweile, was ich in der Regel ändern muss, und zwar
- oberer runder Rücken
- leichtes Hohlkreuz
- nach vorne gedrehte Schulter
- FBA

LG, Inge
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Re: Palmer/Pletsch Methode

Beitragvon bergfee » Donnerstag 15. November 2018, 10:43

Warum nehmt ihr nicht Malerfolie? Die dickste die es gibt.
Liebe Grüße Sonja
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Re: Palmer/Pletsch Methode

Beitragvon ias » Donnerstag 15. November 2018, 11:10

bergfee hat geschrieben:Warum nehmt ihr nicht Malerfolie? Die dickste die es gibt.


Habe ich auch schon mal probiert, ist aber auch nicht der Hit.
Außerdem möchte ich kein Plastik mehr benutzen, wo es vermeidbar ist.

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Re: Palmer/Pletsch Methode

Beitragvon jutta-lisbeth » Donnerstag 15. November 2018, 11:58

ias hat geschrieben:
bergfee hat geschrieben:Warum nehmt ihr nicht Malerfolie? Die dickste die es gibt.


Habe ich auch schon mal probiert, ist aber auch nicht der Hit.
Außerdem möchte ich kein Plastik mehr benutzen, wo es vermeidbar ist.

LG, Inge


Ok, das ist ein Argument. Bis jetzt ist mir die Folie auch lieber gewesen.
Mit dem Papier komme ich nicht gut klar. (Von Burda)
Wenn ich das nächste mal bei Stoff und Stil bin, werde ich mir das Vlies besorgen. Obwohl das sicher auch aus Kunststoff ist.
Mit dem Papier geht es am besten wenn eine zweite Person die Anpassungen vornehmen kann.
Allein vor dem Spiegel mit dem Handspiegel in der Hand ist es einfach schwierig.

Lösung: wir ziehen alle in eine Stadt! :fruehling02
liebe Grüße Jutta

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Re: Palmer/Pletsch Methode

Beitragvon Nachteule » Donnerstag 15. November 2018, 13:38

Ich weiß nicht, ob es sich von der Konsistenz und der Breite für diese Zwecke eignet: Beim Möbelschweden gibt es dieses Malpapier auf einer 30m-Rolle.
Vielleicht könnt Ihr damit was anfangen. Wir hatten das mal im Einsatz zusammen mit einer Kindertafel, ich meine das Papier war - zumindest damals - relativ fest.
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Re: Palmer/Pletsch Methode

Beitragvon TausendSchoen » Donnerstag 15. November 2018, 13:48

Liebe Inge

Vielen Dank für die Buchvorstellung .

Wenn ich fertig bin mit den Werbepresenten für meinen Mann und die Firma dann Nähe ich " unser" Shirt fertig .
Und zeige es dann auch hier .


Zum.Papier das muss ähnlich wie Stoff sein .
Weich und anschmiegsam und auch stabile um stecken und für die Änderungen und es muss beklebt werden können mit Klebeband.


LG
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Re: Palmer/Pletsch Methode

Beitragvon Nachteule » Donnerstag 15. November 2018, 13:55

Da muss ich gleich an sowas in der Art wie Tyvek denken... das gibt es in sehr verschiedenen Qualitäten/Preisen.
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Re: Palmer/Pletsch Methode

Beitragvon winni » Freitag 16. November 2018, 11:08

Hallo,

ich habe auch schon alle Arten von Papier und Folie von dick bis sehr dick ausprobiert und benutze jetzt nur noch das Schnittmustervlies von Stoff und Stil. Die zusammengnähten Teile kann man besser "anprobieren" als Folie.
Allerdings brauche ich mehrere Versuche, bis ein Teil passend wird. Aber es lohnt sich.

Liebe Grüße
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Re: Palmer/Pletsch Methode

Beitragvon winni » Freitag 16. November 2018, 11:24

Hallo Inge,

ich habe noch mal eine Frage. Unterscheidet sich das Buch von "Fit for Real People"?

Mir hilft auch sehr "Der große Fotoguide für die Perfekte Passform" von Sarah Veblen aus dem Stiebner-Verlag.
Mit Hilfe dieser beiden Bücher und dem Schnittmustervlies ist es mir endlich gelungen, meinem Mann ein Shirt anzupassen.
Leider ist dabei auch rausgekommen, das er im Rücken wohl immer eine Passe braucht und im Vorderteil hat er ein kleine FBA ohne Abnäher bekommen. Aber es war toll zu sehen, wie die Falten verschwanden und sich das Schnittmuster wunderbar am Rücken anlegt.
Der Schnitt auf dem Vlies angepasst wurde gleich ein 4 Schlafanzug-Oberteile aus Jersey umgesetzt mi deren Passform ich sehr zufrieden bin.

LG Sabine
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Re: Palmer/Pletsch Methode

Beitragvon ias » Freitag 16. November 2018, 11:44

Hallo Sabine,

das Buch "Fit for real people" habe ich auch. Ich denke, wer das Buch hat, kann auf das neueste Buch verzichten. Ich bin halt ein Fan und habe mir das neue Buch gegönnt. 1:1 verglichen habe ich die beiden Bücher allerdings nicht.
Das Buch von Sarah Veblen habe ich auch. Die dort gezeigten Anpassungen sind auch gut erklärt.

Dein Mann hat einen runden Rücken, deshalb hat er Schrägzüge von der Seite weg zu den Schulterblättern hin - vermutlich. Eine Rückenpasse ist ideal, weil da gut die Mehrlänge in der Mitte zugegeben werden kann.
Wenn ich keine Passe bei meinem Rundrücken möchte, dann machte ich mir Abnäher von der Schulter aus oder aus dem Halsloch. Irgendwo hier habe ich mal gezeigt, wie diese Änderung im Schnitt gemacht wird.

Ich finde auch, dass das A und O die Passform ist. Mir tun echt die Augen weh, wenn ich Klamöttchen sehe, wo der Stoff überall zieht, zerrt oder übersteht. Aber das ist alles Geschmackssache.
Dabei zeigen uns doch die ungeliebten Falten, wo es hakt.

LG, Inge
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Re: Palmer/Pletsch Methode

Beitragvon winni » Freitag 16. November 2018, 12:00

Hallo Inge,

dann muss ich wohl leider auf das Buch verzichten. Mein Mann hat nicht nur einen Rundrücken, sondern auch schmale und abfallende Schultern, was ich auch berücksichtigt habe. Alle Falten und Schrägzüge habe ich nicht beseitigt, da der Schnitt jetzt ein kleiner Kompromiss ist. Den Schulterpunkt habe ich der Optik wegen ein wenig nach außen versetzt. Und meinem Mann wollte ich keine Schulter-Abnäher ins Shirt machen, daher die Passe.
Eigentlich hätte ich das Ganze auch schon vor Jahren machen können. Es war aber wie üblich eine Zeitfrage.

Liebe Grüße
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Re: Palmer/Pletsch Methode

Beitragvon ias » Freitag 16. November 2018, 12:06

Hallo Sabine,

ich finde, dass man erst im Lauf der Zeit einen Blick für die Passformprobleme bekommt. Kürzlich habe ich mich mit einer Nähfreundin unterhalten und sie sagte, dass sie heute bei den Sachen, die sie vor einiger Zeit genäht hatte, die Hände über dem Kopf zusammen schlägt. Aber sie hat es damals halt nicht besser gewußt.

Aber wenn man erst die Passformprobleme erkannt hat, ist das wie "denk nicht an einen rosa Elefanten". Überall sieht man rosa Elefanten :mua

LG, Inge
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