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#1 RE: NÄHEN LERNEN: Covermaschine von AdminSven 26.02.2013 10:04

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Gerade Nähanfänger sind mit der Vielzahl der angebotenen unterschiedlichen Nähmaschinen überfordert und fragen sich: "wozu brauche ich denn solch eine Maschine?"

Eine COVERMASCHINE (hier gezeigt die Janome CoverPro 1000 CPX), oft auch als Coverlock (nicht zu verwechseln mit Overlock) bezeichnet, macht hervorragende Zwillings-
bzw. Drillingsnähte in feste oder auch elastische Materialien. Auch Ziernähte für Sportbekleidung sind für solch eine Maschine absolut kein Problem und leicht zu bewerkstelligen,
ohne "Würstchen"-Bildung. Da, im Gegensatz zur Overlock, kein Messer an der Maschine vorhanden ist, kann man auch mitten im Stoff solch eine Naht anbringen, so zum Beispiel am Beinabschluss.



Um Beispielsweise Armbündchen umzunähen, hat die Covermaschine auch einen Freiarm.



Bei der Covermaschine näht man mit zwei oder drei Nadeln auf der Stoff-Oberseite einen Geradestich. Die Nähte sind dabei parallel. Der Greiferfaden auf der Unterseite
verbindet dabei die Nähte und versäubert gleichzeitig die unten liegende Stoffkante.







So hat man sich einen Arbeitsgang, nämlich das Versäubern mit Nähmaschine oder Overlock, gespart. Es gibt reine Covermaschinen, aber auch Kombinationsmodelle, die
sowohl eine Overlockmaschine sein können, als auch umgebaut werden können zu einer Covermaschine. Nicht immer empfiehlt sich solch ein Kombimodell, da der Umbau
immer sehr mühsam ist. Allerdings braucht man für nochmal eine extra Maschine
auch den entsprechenden Platz im Nähzimmer.

Covermaschinen nähen genau wie die Overlockmaschinen sehr schnell. Außerdem spart man sich Zeit, da man mit der Covermaschine ja zwei Schritte auf einmal erledigt -
das Versäubern der Kanten und das Umnähen der Säume. Da man sehr gut elastische Nähte mit der Covermaschine nähen kann, ist die Maschine besonders für die Verarbeitung
von elastischen Stoffen wie Jersey, Interlock, Strickstoff u.ä. geeignet. Auch beim verarbeiten von Badestoffen oder Microfaser, gerade im Dessousbereich, ist eine Cover-
maschine wesentlich schneller ordentlich eingestellt, als eine Nähmaschine. Auch der Einsatz einer Zwillingsnadel bei einer Nähmaschine, die den selben Effekt wie das nähen
mit der Covermaschine hervorruft, ist nicht immer leicht und oftmals tückisch, da sich zwei Fäden einen Fadenlauf in der Nähmaschine teilen müssen und man ganz genau hier
beim einfädeln aufpassen muss. Bei der Covermaschine ist das kein Problem, da jeder der Fäden seinen eigenen Fadenlauf und seinen eigenen Spannungsregler hat.



Die hier gezeigte Covermaschine bietet 2-, 3- und 4-Faden-Stiche an. Außerdem kann man Kettennähte damit erstellen. Je nach dem, welche Nadeln man verwendet (1. und 2.
oder 1. und 3.), kann man Stiche mit 3mm Abstand oder 6mm Abstand wählen. Bei Kinderbekleidung bietet sich z.B. der kleinere 3mm 2-fach-Coverstich an, bei Erwachsenen-
Shirts der 6mm 2-fach-Coverstich.

Zur Verdeutlichung, welche Nadel welchen Stich macht hab ich unterschiedliche Farben genommen.
linke Nadel blau
mittlere Nadel rot
rechte Nadel beige
Greiferfaden/Unterfaden schwarz





Man sieht hier an den Bildern des fotografierten Stiches deutlich, dass der Unterfaden nur zum Verbinden der Oberfäden
da ist.

Folgende Anwendungen für Coverstiche sind denkbar:

Säumen von Ärmeln und Taillen
Abnähen von Spitzen und Litzen
Annähen von elastischen Stoffen
anbringen eines Zierstiches

Mit der Covermaschine kann man aber auch einen Kettenstich mit nur einer Nadel erstellen. Der Oberfaden bildet dann mit dem Greiferfaden
eine Art Kette, daher der Name. Hierbei handelt es sich um einen flexiblen, strapazierfähigen Stich zum Säumen von Maschenware, befestigen
von elastischen Stoffen oder Schrägband usw.



Die hier gezeigte Maschine hat noch folgende Einstellmöglichkeiten:





Desweiteren sind an/im Deckel der Maschine Hilfen in Form von Farbzeichnungen angebracht. Diese erleichtern das einfädeln oder
die Auswahl des notwendigen Stiches.





Optional erhältlich ist bei dieser Maschine ein Anschiebetisch. Ich finde ihn sehr hilfreich, da zum einen die Auflagefläche größer ist
und außerdem eine Maßskala auf dem Anschiebetisch angebracht ist, die es einem erleichter, den Stoff gerade und gleichmäßig zu
führen.



Eine Covermaschine ist also wie gezeigt eine recht nützliche Ergänzung zur Nähmaschine und zur Overlock. Jeder muss allerdings für
sich selbst entscheiden, ob er diese Anschaffung tätigen möchte. Eine gute Covermaschine fängt preislich bei etwa 500-600 Euro an.
Eine Covermaschine kann nichts, was eine Nähmaschine nicht auch bewerkstelligen könnte, das was sie kann, kann sie aber schneller
und sauberer, ohne großes Gezicke.

Eines möchte ich an dieser Stelle aber noch hervorheben: im Gegensatz zu einer Overlock oder meiner Stickmaschine ist die Janome
CoverPro leise wie ein Mäuschen. Das laute Geräusch an der Ovi stört mich persönlich ganz extrem, daher finde ich es sehr viel angenehmer,
mit dieser Maschine zu arbeiten.

#2 RE: NÄHEN LERNEN: Covermaschine von pfeffikow 26.02.2013 10:11

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Wow, alles mal aus der Nähe, Katrin

#3 RE: NÄHEN LERNEN: Covermaschine von Daray 26.02.2013 10:23

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danke fürs zeigen. die covermaschine kannte ich noch nicht.

#4 RE: NÄHEN LERNEN: Covermaschine von martha 26.02.2013 10:26

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Super erklärt, Katrin. Da ich noch keine Covermaschine habe, sind deine Erklärungen sehr hilfreich, um zu verstehen, was die Maschine alles kann und für was sie verwendet wird. Danke für deine Mühe. Das Zeigen der Bilder und Beschreiben mit Bildern ist sehr aufschlussreich für mich.

#5 RE: NÄHEN LERNEN: Covermaschine von Chrissie 26.02.2013 10:54

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Danke Katrin,

auch für mich sehr hilfreich da ich schon länger mit einer Cover liebäugele.
Ein toller Beitrag :coffee01

#6 RE: NÄHEN LERNEN: Covermaschine von kleinerstinkbaer 26.02.2013 11:11

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wooooooooow toller beitrag
ich liebeugele ja auch mit einer coverlock ich weiß nur noch nicht welche

#7 RE: NÄHEN LERNEN: Covermaschine von hexe281 26.02.2013 11:53

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Danke Gruss Uschi

#8 RE: NÄHEN LERNEN: Covermaschine von Martina 26.02.2013 12:01

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Der Beitrag ist sehr informativ ! Danke Katrin !
liebe Grüße Martina

#9 RE: NÄHEN LERNEN: Covermaschine von AdminSven 26.02.2013 12:03

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Ich möchte eben nur darauf hinweisen, das die Bezeichnung Coverlock eine pfaffeigene ist. Ich weiss nicht ob die Patentrechte für den Namen angemeldet haben daher der Hinweis. Covermaschine oder Coverstitcher ist dir korrekte Bezeichnung. Ist nicht böse gemeint nur so als Richtigstellung. Pfaff vertreibt die 3.0 und 4.0 als Coverlock.....

#10 RE: NÄHEN LERNEN: Covermaschine von BeMa68 26.02.2013 13:21

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rose
für deine super Erklärung mit passenden Bildern
ich bin ja auch schon am sparen, auf so ein tolles Maschinchen, nur welche es wird weiß ich auch noch nicht

#11 RE: NÄHEN LERNEN: Covermaschine von ias 26.02.2013 17:26

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Vielen, vielen Dank Katrin für Deine tollen Erklärungen.



Wie andere hier auch, liebäugle ich mit einer Coverstitch.
Abgehalten haben mich bis dato der Preis und vor allem der Platz.
Dazu kommt noch, dass ich - bis auf die Shirts in jüngster Zeit - nichts mit Jersey am Hut hatte.

So ein ausführlicher Beitrag, wie Deiner, ist eine echte Hilfe bei der Kaufentscheidung.

Nochmals Danke.

LG; Inge

#12 RE: NÄHEN LERNEN: Covermaschine von ias 26.02.2013 18:30

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Zitat von Katrin
Sehr gerne.

Inge, ich hab auch ewig rumgemacht an dieser Maschine, brauch sie wirklich nicht oft. Aber da halte ich es wie mit allen Dingen:
es ist nicht die Anzahl der Nutztage ausschlaggebend, sondern die Erfüllung eigener Wünsche. Sonst müsste ich ein Moped fahren

Die Janome CoverPro hab ich mir nach langen Recherschen im Netz und Gesprächen mit Händlern ausgesucht. Jeder hatte bestätigt,
dass Janome robuste und zuverlässige Maschinen baut. Japaner sind auch sonst zuverlässig, nicht nur in diesem Bereich. Diese Maschine
hab ich dann zuzüglich Bonuspack (3 Zusatzfüßchen, Anschiebetisch, DVD) für 529 Euro gekauft. Das ist auf alle Fälle ein fairer Preis.



Katrin, der Preis ist wirklich Spitzenklasse, da kann man überhaupt nicht meckern.

Ich bin ähnlich gestrickt, was die Wünscheerfüllung angeht. Wenn ich mir etwas kaufe, möchte ich etwas Luxus und schaue nicht aufs Geld.
Andernfalls lasse ich gleich die Finger davon.

Wie schon geschrieben, habe ich jetzt erst Jersey für mich entdeckt und damit kam das "Bedürfnis" nach einer Cover.
Aber, ich habe wirklich keinen Platz um die Maschine stehen zu lassen. Ich kenne mich halt auch zu gut. Wenn die Maschine eingepackt
unter dem Tisch steht und ich erst die Overlock wegpacken muss, um die Covermaschine hinstellen zu können, tue ich das einfach nicht.
Was aber nicht heißt, dass mich eines schönen Tages doch der Rappel packt.
Und dann ist es gut zu wissen, welche Maschine die erste Wahl ist, da Du die ganze Vorarbeit schon geleistet hast.

LG, Inge

#13 RE: NÄHEN LERNEN: Covermaschine von Claudia 29 26.02.2013 18:35

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Tolle Erklärung für die Cover hast du geschrieben.

Ich kann nur sagen, sie ist schon ein tolles Maschinchen und möchte sie auch nicht mehr missen.

#14 RE: NÄHEN LERNEN: Covermaschine von Mahony 26.02.2013 18:48

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Sehr gute Beschreibung, Katrin.

#15 RE: NÄHEN LERNEN: Covermaschine von quiltfan 26.02.2013 19:05

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http://www.youtube.com/watch?v=rPB9W8vYexw

Check out this film, vor allem in zwei Minuten, denn das zeigt ihnen, wie bequem Vernähen der Drähte. Sie legt die Nadel in die höchste Position, ist der Nähfuß auch nach oben und dann zieht sie mit einer Schere die Fäden unter dem Fuß nach vorne. Es wird eine Schlaufe gebildet ist, und welche sie schneidet. Dann zieht sie die Arbeiten unter der Maschine weg, und sie schneiden den Unterfaden durch.

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